Kaschmir ist für seine Feinheit bekannt, Alpaka für seine lange Faser und seinen schönen Fall, Merinowolle für ihre Sprungkraft und Vielseitigkeit. Kaschmirfasern messen typischerweise 13–19 Mikron und Merinowolle für Bekleidung 15–22 Mikron, während die Feinheit von Alpaka zwischen 17 und 45 Mikron schwankt. Der größte Unterschied liegt in der Kräuselung: Bei Merinowolle beträgt sie 80–150 Grad pro Millimeter, bei Huacaya-Alpaka etwa 33. Deshalb findet ein Merinopullover nach dem Tragen in seine Form zurück.
Alle drei sind geschätzte Wollfasern, und ihre Eigenschaften unterscheiden sich in Punkten, die Sie kennen sollten, bevor Sie einen neuen Strickpullover oder ein anderes Kleidungsstück aus Wolle auswählen. Welches Material zu Ihnen passt, hängt vor allem davon ab, wofür Sie das Kleidungsstück tragen möchten.
Drei Materialien, drei unterschiedliche Stärken
Merinowolle – Komfort für jeden Tag im Jahr
Merinowolle stammt vom Merinoschaf, dessen Wolle feiner ist als gewöhnliche Schafwolle. Merinowolle für Bekleidung liegt meist unter 22 Mikron, daher fühlt sich hochwertige Merinowolle auch direkt auf der Haut weich an.
Das Besondere an Merinowolle ist ihre Fähigkeit, sich wechselnden Bedingungen anzupassen. Sie nimmt etwa 14–16 % ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit auf und fühlt sich dennoch trocken an. Das sorgt bei kühlem wie bei wärmerem Wetter für ein angenehmes Tragegefühl. Die gekräuselte Faser wirkt wie eine kleine Feder: Sie verleiht dem Gestrick Elastizität und hilft ihm, seine Form zu behalten.
Deshalb eignet sich Merinowolle für viele Arten von Kleidung: leichte T-Shirts, Basisschichten, Kleider und warme Strickpullover.
Kaschmir – fein und luxuriös weich
Kaschmir wird aus der feinen Unterwolle der Kaschmirziege gewonnen, die im Frühjahr ausgekämmt oder geschoren wird. Die Faser misst typischerweise 13–19 Mikron, wodurch sich hochwertiger Kaschmir außergewöhnlich weich und leicht anfühlt.
Kaschmir ist vor allem für luxuriöse Strickpullover und Schals beliebt. Er spendet angenehme Wärme, ohne schwer zu wirken, und eignet sich für Kleidungsstücke, bei denen vor allem die Weichheit zählt.
Ein Kaschmirpullover braucht oft etwas sorgfältigere Pflege und wird in der Regel von Hand gewaschen. Neben der Feinheit beeinflusst auch die Faserlänge die Qualität: Langfaseriger Kaschmir ist abriebfester. Der Preis allein verrät also nicht, wie hochwertig ein Produkt ist.
Alpaka – weiche Wärme und schöner Fall
Alpakawolle stammt vom Alpaka, das ursprünglich aus den südamerikanischen Anden kommt. Es gibt zwei Rassen, Huacaya und Suri. Das Material ist für seine Wärme, seine Weichheit und seinen schönen Fall bekannt.
Die Alpakafaser ist lang und hat eine hohe Zugfestigkeit, und aus ihr lassen sich leichte, luftige Strickteile herstellen. Besonders feines Alpaka eignet sich für weiche Pullover, Strickjacken und Schals.
Alpakawolle ist jedoch nicht so sprungkräftig wie Merinowolle. Ein Alpakapullover kann sich daher beim Tragen leichter dehnen, vor allem bei lockerem oder schwerem Gestrick. Auch die Faserfeinheit schwankt stark: Bei 606 in den USA gemessenen Huacaya-Proben lag der Durchschnitt bei 27,9 Mikron. Bei Kleidung, die direkt auf der Haut getragen wird, lohnt sich deshalb ein Blick auf die angegebene Mikronzahl.
Merinowolle, Kaschmir und Alpaka im Vergleich

Merinowolle
Vielseitig und bequem

Kaschmir
Luxuriös weich

Alpaka
Luftig und warm
| Eigenschaft | Merinowolle | Kaschmir | Alpaka |
|---|---|---|---|
| Weichheit | Sehr weich, wenn feinfaserig | Besonders weich | Je nach Qualität verschieden |
| Faserstärke | 15–22 µm* | 13–19 µm | 17–45 µm |
| Wärme | Von dünner Basisschicht bis zum dicken Strickpullover | Leicht und warm | Warm und luftig |
| Feuchtigkeitsaufnahme | ca. 14–16 % | ca. 14–16 % | 8–15 % (Angaben schwanken) |
| Formbeständigkeit | Findet in Form zurück – Kräuselung 80–150 °/mm | Hängt von Garn und Gestrick ab | Kann sich beim Tragen dehnen – Kräuselung ca. 33 °/mm |
| Pilling | Hängt von der Garnqualität ab | Hängt von der Faserlänge ab | Lange Faser verringert es |
| Typische Nutzung | Basisschichten, Alltag, Sport und Strickwaren | Strickwaren und Schals | Strickwaren und Schals |
| Pflege | Oft maschinenwaschbar | Meist Handwäsche | Meist Handwäsche |
| Preisniveau | €€ | €€€–€€€€ | €€–€€€ |
Die Eigenschaften variieren je nach Faserqualität, Garn und Strickstruktur; der Vergleich beschreibt die typischen Eigenschaften der Materialien. * Merinowolle für Bekleidung, laut Woolmark meist unter 22 Mikron. Die Werte stammen aus unabhängigen Quellen, überwiegend aus einer Forschungsübersicht der australischen RIRDC zu Fasern. Die Pflegehinweise unterscheiden sich von Produkt zu Produkt, prüfen Sie immer das Pflegeetikett.
Bei allen drei Materialien hängt das Tragegefühl letztlich auch von der Garnqualität, der Strickstruktur und der Verarbeitung des Kleidungsstücks ab. Allein am Material lässt sich also nicht ablesen, welches Kleidungsstück am wärmsten oder am haltbarsten ist.
In der Merino-Unterwäsche von North Outdoor misst die Merinowolle 17,5–19,5 Mikron. Unsere feinste Merinowolle mit 16,0 Mikron verwenden wir in den Luka- und Aura-Merinojacken aus OPTIM™-Stoff sowie in der River-Merinocap.

Welche Wolle ist am wärmsten?
Das eine wärmste Material gibt es nicht. Die Wärme hängt stärker von der Dicke des Gestricks ab als von der Faserart: Ein Strickstück isoliert, weil zwischen den Fasern ruhende Luft eingeschlossen ist, und in textilwissenschaftlichen Untersuchungen hat sich die Dicke unabhängig vom Fasermaterial als wichtigster Faktor erwiesen.
Ein leichter Kaschmirpullover kann sich überraschend warm anfühlen, und ein luftiger Alpakapullover spendet angenehme Wärme bei kühlem Wetter. Die Wärme von Alpaka wird oft mit einer hohlen Faser erklärt, doch das ist übertrieben: Ein Teil der Fasern enthält lufthaltige Zellstrukturen, und in den feinsten Qualitäten kommen sie am seltensten vor.
Der Vorteil von Merinowolle: Die gekräuselte Faser hält das Gestrick auch beim Tragen bauschig, sodass die Luftschicht erhalten bleibt. Aus Merinowolle lassen sich sowohl dünne Basisschichten als auch dicke Winterpullover herstellen. Bei Unterwäsche zeigt das Flächengewicht, wie warm sie ist: 150 g/m² ist dünn und eignet sich für Bewegung, 260 g/m² ist dick und passt zu Frost und ruhigen Aktivitäten. Unsere wärmste Merino-Unterwäsche ist Arctic 260.

Welches Material eignet sich für empfindliche Haut?
Die Weichheit hängt vor allem von der Faserfeinheit ab. Kratzen ist ein mechanisches Phänomen: Faserenden über 30 Mikron biegen sich auf der Haut nicht, sondern drücken in sie hinein. Je feiner die Faser, desto leichter biegt sie sich und desto angenehmer fühlt sich das Material in der Regel an. Auch Lanolin ist nicht die Ursache des Kratzens, denn ein fertiges Merinokleidungsstück enthält weniger als 0,5 % davon.
Kaschmir ist für seine besonders feinen Fasern bekannt, doch auch feine Merinowolle und feines Alpaka können sich sehr weich anfühlen. Die Merinowolle unserer Unterwäsche misst 17,5–19,5 Mikron, und der Wert ist auf der Produktseite angegeben. Wenn jede Wolle Ihre Haut reizt: Bei der Sensitive-225-Unterwäsche liegt Bambusviskose auf der Haut und Merinowolle außen.
Empfindlichkeit ist immer individuell, probieren Sie das Kleidungsstück daher auf Ihrer eigenen Haut aus. Mehr zum Thema: Kratzt Merinowolle?
Welches Material ist atmungsaktiver?
Die Faserart entscheidet weniger über die Atmungsaktivität, als oft behauptet wird. Merinowolle und Kaschmir nehmen etwa 14–16 % ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit auf, für Alpaka schwanken die Schätzungen zwischen 8 und 15 %. Wie schnell ein Kleidungsstück trocknet, hängt vor allem von der Gestrickstruktur ab: Dichte, Dicke und Ausrüstung.
Der praktische Vorteil von Merinowolle als Basisschicht: Sie fühlt sich auch in feuchtem Zustand trocken an, verzögert die Geruchsbildung und findet in ihre Form zurück.
Was ist am haltbarsten und am pflegeleichtesten?
Die Alpakafaser hat eine höhere Zugfestigkeit als Wolle gleicher Feinheit, und die lange Faser verringert Pilling. Merinowolle ist dagegen sprungkräftiger, sodass ein Merinopullover besser in seine Form zurückfindet. Bei Kaschmirpullovern hängt die Haltbarkeit vor allem von der Faserlänge ab.
In der Pflege ist Merinowolle oft am unkompliziertesten: Statt zu waschen, reicht häufig Lüften, und viele Merinoteile sind maschinenwaschbar. Kaschmir- und Alpakapullover werden in der Regel von Hand gewaschen. Prüfen Sie immer das Pflegeetikett. Eine Anleitung zum Waschen von Merinokleidung finden Sie im Artikel Merinowolle waschen.
Und was ist mit Mischungen?
In einer Mischung verbinden sich die Eigenschaften verschiedener Fasern: Eine Merino-Kaschmir-Mischung zum Beispiel vereint die Weichheit von Kaschmir mit der Sprungkraft von Merino. Die Pflege richtet sich meist nach der empfindlichsten Faser. Es lohnt sich, die Zusammensetzung zu prüfen: Das Woolmark-Siegel (Pure New Wool) steht für 100 % Schurwolle, Woolmark Blend für mindestens 50 % und Wool Blend für 30–50 % Schurwolle.
Warum setzen wir auf Merinowolle?
Für uns ist die größte Stärke von Merinowolle ihre Vielseitigkeit. Wir möchten Kleidung entwerfen, die sich gut anfühlt und zu möglichst vielen Momenten passt – im Alltag, im Job, auf Reisen und draußen in der Natur.
Merinowolle passt gut zu diesem Gedanken. Ihre Weichheit, ihre Atmungsaktivität, ihre Feuchtigkeitsaufnahme und die Elastizität der gekräuselten Faser machen sie zu einem Material, das sich das ganze Jahr über vielseitig tragen lässt. Zudem ist ihre Feinheit messbar: Wir geben die Mikronzahl auf der Produktseite an, sodass Sie vergleichen können.

In unserer eigenen Strickerei in Oulu fertigen wir Strickwaren aus Merinowolle, die direkt in ihre endgültige Form gestrickt werden, sodass nur sehr wenig Material übrig bleibt. Beim Design konzentrieren wir uns auf zeitlose Modelle und Kleidungsstücke, die man lange tragen möchte. Wir verwenden in unseren Produkten ausschließlich mulesingfreie Merinowolle.
Merinowolle, Kaschmir oder Alpaka – welches Material wählen?
Wenn Sie einen besonders weichen und leichten Strickpullover suchen, kann hochwertiger Kaschmir eine gute Wahl sein. Wenn Sie luftige, schön fallende Strickteile mögen, ist Alpaka ein Material, das einen genaueren Blick lohnt.
Merinowolle ist eine gute Wahl, wenn Sie Ihr Kleidungsstück möglichst vielseitig nutzen möchten. Sie eignet sich für leichte Basisschichten ebenso wie für warme Strickpullover und passt sich verschiedenen Jahreszeiten und Situationen an.
Am Ende ist das beste Material dasjenige, das zu Ihrem Alltag passt und das Sie immer wieder tragen möchten. Entdecken Sie unsere in Finnland gefertigten Merino-Strickwaren und unsere Merino-Unterwäsche.
Lesen Sie auch: Was ist Merinowolle? · Kratzt Merinowolle? · Merinowolle waschen
Wichtigste Quellen
- The Woolmark Company: What is Merino wool – typische Feinheit von Merinowolle
- Wang, Wang & Liu: Properties, Processing and Performance of Rare and Natural Fibres, RIRDC 12/150 – Mikronbereiche, Faserlängen, Medullation
- SGS Wool Testing Services, Bulletin 5.5B – Kräuselungswerte von Merinowolle
- Fiber Characteristics of Huacayas, Datensatz mit 606 Proben – mittlerer Faserdurchmesser, Kräuselung und Faserlänge von Alpaka
- WoolWise, University of New England – Aufbau der Wollfaser und Feuchtigkeitsaufnahme
- Abdel-Rehim et al. 2006, AUTEX Research Journal: Textile fabrics as thermal insulators – Gestrickdicke und Wärmeisolation
North Outdoor ist ein finnisches Unternehmen, das sich auf Merinowollbekleidung spezialisiert hat. Wir entwerfen unsere Produkte in Finnland, und der Großteil unserer Pullover und Strickwaren wird in unserer eigenen Strickerei in Oulu gestrickt. Wir verwenden in unseren Produkten ausschließlich mulesingfreie Merinowolle.
Aktualisiert am 5.11.2026
















Hinterlasse einen Kommentar
Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.